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Ein Auto für die Palliativversorgung

Förderverein des Ökumenischen Hospiz-Dienstes übergibt Auto an Palliativ Care Team in Bruchsal

Das Palliativ Care Team (PCT) „Arista“ gibt es in Bruchsal erst seit Januar diesen Jahres, dennoch hatte der Dienst, der zum Ziel hat, die Lebensqualität schwerkranker und sterbender Menschen zu erhalten, zu fördern und bis zur letzten Stunde zu verbessern, schon über 100 Einsätze allein im nördlichen Landkreis. Grund genug für den Förderverein des Ökumenischen Hospiz-Dienstes (FÖHD), den vier angestellten Palliativfachkräften und der Koordinatorin Christiane Pothmann einen weiteren Einsatzwagen zur Verfügung zu stellen. „Schließlich fahren die Damen des Einsatzteams Nord bis in die letzten Winkel des nördlichen Landkreises, um Menschen in der schwersten Zeit ihres Lebens zu betreuen und zu versorgen“, erklärte Peter Hummel, der als ehemaliger FÖHD-Vorstand bei der Übergabe dabei war. Zusammen mit seinem Nachfolger, Walter Vehmann, übergab er den schwarzen Volkswagen „up!“ seiner Bestimmung. Walter Vehmann wünschte den Damen, die ihren Sitz in der Diakoniestation in der Bruchsaler Huttenstraße haben, allzeit gute Fahrt und Gottes Segen bei der Ausführung ihres Dienstes am Nächsten.

Walter Vehmann (2. von rechts) und Peter Hummel (rechts) vom FÖHD übergeben das neue Einsatzfahrzeug an das Palliative Care Team „Arista“. Von links: Roswitha Mula (Palliativfachkraft), Christiane Pothmann (Koordinatorin), Christine Berger (Palliativfachkraft) und Julia Bonnet (Palliativfachkraft).

Walter Vehmann (2. von rechts) und Peter Hummel (rechts) vom FÖHD übergeben das neue Einsatzfahrzeug an das Palliative Care Team „Arista“. Von links: Roswitha Mula (Palliativfachkraft), Christiane Pothmann (Koordinatorin), Christine Berger (Palliativfachkraft) und Julia Bonnet (Palliativfachkraft).

Denn die Einsätze des PCT bedeuten die umfassende Betreuung der Patienten in ihrer vertrauten Umgebung – sei es Zuhause oder im Heim. Dabei arbeiten Julia Bonnet, Christine Berger, Roswitha Mula und Michaela Tobai eng mit einem Netzwerk aus sieben Palliativärzten, den niedergelassenen Haus- und Fachärzten, Sozialdienste in den Krankenhäusern,
stationären Hospizen, ambulanten Hospizdiensten und ambulanten Pflegediensten sowie den stationären Pflegeeinrichtungen zusammen. Darüber hinaus ergänzen Seelsorger und Psychotherapeuten, Physio-, Ergo- und Musiktherapeuten sowie Apotheken und Sanitätshäuser das umfassende Team, das sich um die Linderung der Schmerzen und die Unterstützung der Angehörigen kümmert. „Hier ist eine enge Zusammenarbeit und eine gute Abstimmung ganz wichtig“, erklärt Koordinatorin Christiane Pothmann. „Im Prinzip sind wir für die Schwerkranken da, deren Lebensende bevorsteht oder die in der Akutphase einer chronischen Erkrankung sind und von ihrem Arzt die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) verordnet bekommen haben.“ Dadurch sind die Leistungen des PCT in der Regel auch kostenfrei für die Betroffenen.
Seit 2008 haben alle schwerkranken Menschen einen Rechtsanspruch auf die SAPV. Im südlichen Landkreis gibt es das Angebot durch das PCT „Arista“ bereits seit Januar 2013. Dank der tatkräftigen und finanziellen Unterstützung des FÖHD wurden die Weichen für die Erweiterung auf den nördlichen Landkreis gestellt. Anfang letzten Jahres beschloss der FÖHD auch die Leasingkosten für ein Fahrzeug zu übernehmen.
„Wir sind für unsere SAPV- Patienten 24 Stunden an sieben Tagen der Woche erreichbar,“ so Christine Berger. Ihre Kolleginnen Julia Bonnet und Roswitha Mula ergänzen, dass durch die Hausbesuche und Bereitschaftseinsätze bei den Patienten mehrere hundert Kilometer in der Woche gefahren werden. „Dann kommen wir mit Dokumentationslaptop und voll ausgestattetem Medikamenten-Rucksack auch in den entlegensten Gemeinden.“ Dies sei ein entscheidender Vorteil für die Patienten. „Durch die spezielle Ausbildung und die stets vorrätigen Schmerzmedikamente können wir sofort vor Ort mit der Therapie beginnen. Die Angehörigen müssen nicht erst zur Apotheke mit einem Rezept fahren und warten bis die Medikamente eintreffen“, betont Christiane Pothmann. In erster Linie geht es bei den Patientenbesuchen um die Symptom-Kontrolle, aber auch Aufklärung und Beratung sind wichtige Bestandteile der Arbeit des PCT.
Oftmals sind Angehörige in akuten Krisensituationen überfordert und der schwerkranke Patient wird dann doch noch mal als Notfall ins Krankenhaus eingewiesen, auch wenn dies nicht im Sinne des Kranken ist. „Wir klären die Angehörigen weitest gehend auf und zeigen ihnen, was bei Schmerzen, Atemnot oder Angst zu tun ist – natürlich immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt.“ Durch die Informationen an die betreuenden Angehörigen sind Krisen oftmals schneller überstanden und eine Einweisung nicht nötig. Wenn nötig fahren die Fachkräfte aber auch zu jeder Tages- und Nachtzeit zu den Patienten, egal ob in Philippsburg oder Zaisenhausen. „Die Rufbereitschaft steht allen bei uns zugewiesenen SAPV-Patienten zur Verfügung, ob Zuhause oder in den Heimen,“ so Christian Pothmann, die berichtet das zirka 70 Prozent der Patienten Zuhause und 30 Prozent in Heimen betreut werden.
Damit der Informationsfluss über die Betroffenen gewährleistet ist, werden alle Informationen in einem speziellen Dokumentationssystem erfasst und allen Beteiligten im Netzwerk stündlich auf dem neuesten Stand zur Verfügung gestellt. „Dadurch wissen alle, welche Medikamente verabreicht wurden und welche Symptome im Moment im Vordergrund stehen“, so die Palliativfachkräfte.
Durch den raschen Anstieg der Fallzahlen in den ersten sechs Monaten ist es besonders wichtig, dass die vier Fachkräfte ständig einsatzbereit sind. Gerade deshalb war das Team hoch erfreut über den zusätzlichen Einsatzwagen und dankte Walter Vehmann und Peter Hummel für die ideelle und tatkräftige Unterstützung durch den FÖHD.

INFORMATIONEN
Informationen über das Palliativ Care Team „Arista“ und die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung erhalten Betroffen über ihren Hausarzt oder direkt beim PCT unter der Telefonnummer (0 72 51) 9 34 29 10. Generelle Fragen beantwortet Christiane Pothmann unter Telefon (0 72 43) 9 45 42 62. Information gibt es auch auf www.pct-arista.de.